Bio

Mit einer Liste der Bands und Musiker, mit denen ich schon irgendwie Musik gemacht habe, möchte ich diese Biografie beginnen. So gut wie es ging in einer einigermaßen chronologischen Reihenfolge. Manche Jahreszahlen könnten evtl. ein wenig daneben liegen. - Ächz, nie hätte ich gedacht, dass ich über diese Liste fast eine ganze Nacht nachdenken musste. Ich hoffe, dass ich nichts vergessen habe. Aber was soll’s. Davon geht die Welt nicht unter.

Neben diesen Gruppen – das sind die, die ich sicherlich sehr stark mitgeprägt habe, bzw. immer noch mit präge – habe ich mit zig anderen Bands und Musikern gejammt, ausgeholfen oder manchmal nur ein kurzes Gastspiel gegeben – warum auch immer. Diese findet ihr in der Liste Nebenprojekte.

Daran schließen sich zum Spaß noch die ONS (One Night Stands)! Manchmal für mich sehr aufregend, allerdings möchte ich hier auch nur die berühmtesten aufzählen. Einige habe ich auch leider im Laufe der Jahre schlicht und einfach vergessen…

 

Liste der Projekte

  • 1966 bis 1967   The Fashion (Beat)
  • 1968 bis 1969   Regeneration of Psychedelic Art (London/Blus & Psychedelic)
  • 1969 bis 1973   Prussic Acid (London/Blues & erste eigene Stücke)
  • 1973 bis heute  Poseidon (erste LP – Touren & Radio)
  • 1981 bis 1986   Casino (NDW – LP, TV & Radio)
  • 1987 bis 1988   1000 Tage (NDW & Experimentelles)
  • 1988 bis 1989   Click Syndrom (Pop Rock)
  • 1990 bis 1991   Coloured Days (Pop Rock)
  • 1999 bis 2008   Abyzz   (Back to my roots)
  • 2003 bis 2005   Peter & The Wolves (Party & Spaß pur)
  • 2007 bis 2009   Double Trouble (noch mehr Spaß und noch mehr Party)
  • 2010 bis heute  Seventies3
  • 2010 bis 2012   Trigon ( Happy Heavy-Zen-Jazz ??)
  • 2011 bis 2014   Bluesmama (der Bandname sagts !!))
  • 2015 bis heute  JJ67 (eigene Songs im Woodstock-Hippie-Stil !!)

 

Liste der Nebenprojekte

  • Moetly Crew Phase II  (GI-Band)
  • Hardcore (R’n’R, Poseidon-Nebenprojekt)
  • Workshop (spätere MORITZ, leider lerne ich NIE Big Band spielen!)
  • ULB (Fusion – schade, dass das so kurz war)
  • Combo Latino (schöne Phase, aber Latindrummer werde ich auch NIE)
  • Jivaros  (Top 40, irgendwie musste Kohle für den Rock Shop reinkommen)
  • Forever  (Casino Nebenprojekt)
  • Tush  (Chaos mit hohem Spaßfaktor)
  • Alex & Friends (eigene Songs)
  • Zlatko  (nein, nicht der von Big Bros., trotzdem: alles Lüge!)
  • Wait For Love  (eigene Songs, hätte mehr draus werden können)
  • Diabolo  (würde ich gerne mal wieder machen)
  • Boogie Woogie Winni  (lieber Boogie als gar nix)
  • Living In The Past  (die haben mich rauschgeschmissen! Hätte ich das ernster nehmen sollen?)
  • NBM Trio  (lustig, hier habe ich gelernt, was mir bei LitP fehlte, Odd Meters)
  • Peter Horn & Friends  (schade, aber zu viele Musiker mit zuviel Terminstress)
  • Strange Brew  (machte Spaß, wenn deren Drummer keine Zeit fand)
  • Frankfurt Messe Band / Shanghai Connection (mit Peter Fischer & Dieter Rösberg)
  • Muddy Grass (Schade dass das unter meinem beruflichen Streß leiden mußte)
  • Tom & Co.  (auch eine zweite Besetzung kann richtig Spaß machen)
  • Greyhound Blues Band  (bin sehr gespannt ob es diese „Classic Blues Combo“ wieder auf die Bühne schafft)

 

Liste VIP-ONS

  • Edo Zanki
  • Albert Lee
  • Pat O’May
  • King Cats
  • Thomas Blug & Jerry Donahue

 

Die Anfänge





Rudis Bio (so lala) geschrieben, so wie ich auch trommle, aus dem Bauch, mit zu vielen Noten und manchmal ohne roten Faden. In diesem Fall sind das dann natürlich zu viele Buchstaben. Liegt das Geheimnis auch hier im Weglassen?? Eigentlich nicht.

Ab dem 10.09.1951 bis so in die Mitte der 60-er Jahre lief noch alles in geordneten Bahnen. Tolle Familie, viel Freiheit, Pfadfinder, Fuß- und Handball, Schwimmverein… Alles wie üblich. Dann, so ab 1965/66, änderte sich alles. Die BEATLES traten in mein Leben!!! Meine Mutter betrieb ein Lokal für amerikanische GI’s. Mit der dortigen MusicBox (natürlich Jukebox genannt) wuchs ich irgendwie auf. Das tägliche und immerwährende Gedudel dieser Kiste störte mich nicht weiter. Der Tischfußballer nebenan faszinierte „Klein-Rudi“ wesentlich mehr. Eben, bis eines schönen Tages meine Tante – sie stellte Jukeboxes bei uns und in anderen Lokalen auf – diverse Singles (von LP’s wusste ich bis dato noch überhaupt nichts) dieser Pilzköpfe aus Liverpool vorbei brachte. Ab da änderte sich mein Leben komplett. Irgendwie bekam es auf einmal einen tieferen Sinn. Pfadfinder und bayerische Lederhosen ade! Dafür die Straßenkreuzer der GI’s für harte Dollars waschen, Bluejeans und einen Philips Plattenspieler kaufen und natürlich für jede hart erarbeitete DM (die war übrigens damals fast nichts wert, 1 US $ entsprach etwa 4,20 DM – €-Gegner, warum vergesst ihr die Vergangenheit?!) – also zurück zur Bio – für jede hart erarbeitete DM bei Schlaile Singles kaufen. Meine erste war Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick and Tich (oder so ähnlich).Beatstiefel kaufen (puh, meine Füße taten sauweh!) und versuchen, im Starclub oder im Rheingold die lokalen Heroes (Beethovens) oder gar Bands aus dem damals von uns so vergötterten England zu sehen. Auch auf der amerikanischen Messe (die Ami-Mess‘) konnte man tolle Bands (Starfighters) sehen. Dafür gab es dann zu Hause immer wieder Stress, wegen des nicht zu vermeidenden späten Nach-Hause-Kommens.

Beatclub – jeden Samstagnachmittag – hieß die angesagte Fernsehsendung. Von meiner Beatlemania hatte ich mich mittlerweile ein wenig entfernt. Die Reise ging schon eher zu Musik à la Spencer Davis, Yardbirds, Animals und ähnlichen Gruppen. WOW! Dann irgendwann 1967 spielte JIMI HENDRIX im Beatclub (wie ich heute weiß, sah ich das mittlerweile berühmte „Hey Joe“-Video aus dem Londoner Marquee Club). Ab sofort waren Beat & Pop passé und ich empfand mich als „progressiver Rocker“. Der Friseur hatte keine Chance mehr! Alles, was ich nun wollte, war wie Hendrix, Cream oder ähnliche Bands zu spielen!

 

Ende der 60er

Daher – völlig logisch – verließ ich zusammen mit meinem Bruder Theo, der mich musikalisch auf einem langen Weg begleiten sollte – bzw. eher habe ich ihn musikalisch begleitet – unser Schülerband FASHION und starteten mit dem erklärten WHO-Fan Horst Meinzer (der ebenfalls wie Theo meine Wege immer wieder kreuzt) unsere erste „progressive“ Band: Regeneration Of Psychedelic Art. Wahrscheinlich das erste Rock-Trio in unserer Gegend. Lustig… mehr als dreißig Jahre später spielte ich die WHO-Songs und die alten BEATLES-Titel mit den beiden Hexen von DOUBLE TROUBLE und das mehr HENDRIX-orientierte Zeugs mit der Band ABYZZ. Irgendwie schließt sich der Kreis.

Schon wieder habe ich den Faden verloren, also zurück: 1968 trampte ich nach Zürich – mit viel Stress! Noch immer sah ich aus wie 14, kein Geld und jeder Zöllner und Polizist dachte, dass er mir etwas Gutes tun muss und mich wieder nach Hause schicken sollte! Ich aber wollte und musste unbedingt in Zürich ankommen. Dort spielte HENDRIX live! Ich sah dann sogar den Soundcheck, den ich für eine Session hielt. Da spielte mein Idol Stevie Winwood mit Jimi Hendrix und dessen Band zusammen! Von da an interessierte mich keine Schule mehr, nur noch Musik.

Natürlich ging das nicht gut. Diverse Freunde und meine extrem verständnisvolle Mutter halfen mir dann, eine Lehrstelle zu finden, die irgendwie auch meine Liebe zur Musik mit einband. Am Rosenmontag 1969 begann also mein erster Arbeitstag als Azubi in einem Fachgeschäft für Musikinstrumente.

 

Durch meinen Job in diesem Musikfachgeschäft lernte ich die Band PRUSSIC ACID kennen (das hatte übrigens NICHTS mit Drogen zu tun, Prussic Acid heißt wörtlich preußisches Gift und bedeutet bei uns Blausäure. Für alle jungen Musik-Fans, die das hier – warum auch immer – lesen: Drogen sind teuer, für einen kurzen Moment des Rauschs zerstören sie euer Leben! Also seid schlau und lasst das sein, bzw. versucht es gleich gar nicht!). Schon wieder die Sache mit dem Faden.

Also: 1969 zerstritt sich die Band Prussic Acid in zwei Hälften. Erstaunlicherweise gab es eine Zeit lang also zwei Prussic Acids. Die einen wollten das professionell machen. Zu denen ging unser Sänger & Bassist Horst Meinzer. Die andere Hälfte wollte – wie gehabt – ihre musikalischen Hobbies weiter pflegen. Genau identisch mit den Vorlieben meines Bruders und mir. Blues Rock englischer Vorbilder – Ten Years After und ähnliches – war angesagt.Genau da passten Theo und ich perfekt hin. Unsere gerade begonnenen Lehren konnten wir ohne größeren Stress mit irgendwelchen Jugendämtern – heute weiß ich, dass das zu unserem Glück so war – sowieso unmöglich abbrechen.

Da die professionellen Kollegen von Prussic Acid weniger Glück hatten – und auch kaum Kohle verdienten – kamen sie zurück nach Karlsruhe, und Horst Meinzer kam zurück zu seinen alten Freunden Theo & Rudi. Den Bandnamen musste er ja nicht mehr wechseln. Tony Mahl (einer der Gründungsmitglieder von PA) blieb bei der Band. In dieser Besetzung spielten wir nun – bis zur nächsten Umbesetzung – fröhlich und munter Stücke aus dem erwähnten Blues/Rock-Umfeld. Wie auch immer kam es zu einer Richtungsänderung und auch zu einer weiteren – der noch sehr viele folgen sollten – Besetzungsänderung. Bei einem kurzen Gastspiel bei der Gruppe Moetly Crew (die gab es schon lange vor der später sehr erfolgreichen Band mit Tommy Lee) lernte ich den Amerikaner Gerry Krieger kennen. Mit ihm als Sänger und Gitarristen, dem Bassisten Walter Kümmich (der spielte dann bei Abyzz die wunderschöne Bluesgitarre und holte mich nach 5 Jahren ohne Schlagzeug zurück auf die Bühnen nach meiner „Babypause“ – immer wieder dieser Kreis – tragischerweise verstarb Walter 2008 völlig überraschend für uns alle) und natürlich meinem Bruder Theo begannen wir dann ca. 1970, uns mit eigenen Songs (geschrieben von Gerry & Theo) zu befassen. Der Stil der Band klang nun etwas amerikanischer. Die Allman Brothers Band und ähnliche Gruppen – alles noch immer in diesem Blues/Rock-Genre – beeinflussten uns sehr.

 

Die 70er

Poseidon-Found my way

Irgendwann musste Gerry dann zurück in die USA und die späteren HOFFMANN & HOFFMANN gaben ein Gastspiel in der progressiveren Szene, also bei Prussic Acid. Ihre Liebe zu Jethro Tull und den aufkommenden Bands à la Pink Floyd und ähnlichen, sowie Theos und mein Hang zu Gruppen wie Traffic und Patto (eine der zahllosen tollen Bands, die leider nie berühmt wurden, denen wir aber durch halb Europa nachgereist sind) beeinflussten den Stil der Band immer mehr. Weiter Besetzungsänderungen folgten. Zunehmend wurde die Wehrpflicht ein Problem, da immer mehr Musiker ihren Wehrdienst weit ab von allen Auftritts- und Probemöglichkeiten abdienen mussten. Nicht nur deswegen – auch wegen meiner Haarpracht (ohne die wäre das alles nicht denkbar gewesen) sowie natürlich begründet aus einen Erlebnissen verweigerte ich den Wehrdienst und wurde dann – nach einem elend langen Hickhack – nach dem Ende meiner Lehrzeit zum Arbeiter Samariter Bund eingezogen, um meinen Ersatzdienst (so hieß das damals) für ganze 2 Jahre (!!) abzuleisten.

Während dieser Zeit, die mich übrigens menschlich, da ohne Vater aufgewachsen, sehr viel weiter gebracht hat und die ich jedem nur empfehlen kann, kamen Horst und Tony zurück zur Band und wir alle beschlossen, einen Neuanfang zu wagen mit einem neuen Bandnamen. Inzwischen war 1974: POSEIDON war geboren. Die schon bei PA zu sehenden Entwicklungen, kaum noch Blues/Rock, mehr progressiver Rock und auch viel mehr Folkeinflüsse – durch Horst und durch unsere großen Vorbilder TRAFFIC – ließen unseren Stil langsam zu einem eigenen werden. Höhepunkt war hier sicher unsere selbst finanzierte und produzierte LP „Found My Way“. Leider haben wir es damals völlig versäumt, uns um die Vermarktung dieser LP zu kümmern. Mittlerweile hat eine der letzten noch kreativen Schallplattenfirmen unsere LP als CD (incl. eines sehr schönen Booklets) wieder auf den Markt gebracht. Ebenfalls auf den Markt gebracht hat diese kleine, rührige Firma einen Sampler mit vielen Aufnahmen der Mid-Siebziger, alles von damals bekannten Gruppen, die alle – leider außer uns – Schallplattenverträge mit den entsprechenden Firmen hatten. Auf diesem Sampler klingen wir eigentlich verdammt gut und man muss lange suchen, einen entsprechenden Sänger und Songwriter, wie Horst Meinzer es damals schon war, auf den anderen Aufnahmen zu finden.

 

Die 80er

Casino

Trotzdem ging auch diese Phase irgendwann Anfang der Achtziger zu Ende. Zusammen mit Bully Aust, der in den Poseidon Spätphasen bereits als Bassist und Sänger mit mir spielte, gründeten wir die Gruppe CASINO. Sehr beeinflusst vom gerade aufkommenden NDW-Trend und natürlich auch beeinflusst von Bands wie Spliff, die wiederum von Gruppen wie den TUBES beeinflusst waren, wurde unsere Optik auf einmal viel poppiger und die Texte natürlich deutsch.

Leider gelang es auch mit CASINO nicht, ein professionelles Management zu finden und  bedingt durch meinen stark ansteigenden Arbeitsaufwand in dem von „unserem“ Soundmann Gerd Gruss und mir 1982 gegründeten Unternehmen ROCK SHOP, musste ich meine Engagement bei CASINO beenden.

Alle drei nachfolgenden „Kreativ-Bands“ (Click Syndrom, 1000 Tage & Colored  Days – die letzten beiden mit Alf Hörtreiter an der Gitarre) litten dann leider unter demselben Problem. Mein Zeitaufwand langte einfach nicht mehr, neben meinem Hobby „Schlagzeugspielen um fast jeden Preis“ auch das notwendige Management zu übernehmen.

 

Die 90er

Abyzz

Dafür traten dann zwei kleine Jungs (Lucas 1992 & Timo 1994) in mein Leben. Wieder vollzog sich ein sehr großer Wandel, durchaus zum Positiven!!! Erst im Jahr 1999 – als mich die Rastatter Band ABYZZ wieder reaktivierte – und ich ohne Erziehungsprobleme auch wieder etwas mehr Freizeit hatte, begann ich wieder etwas ernsthafter, mein geliebtes Schlagzeug zu bearbeiten. Leider kam ich nur sehr wenig zum üben, mein Job als Rock Shop Geschäftsführer wurde weiterhin noch zeitintensiver. Daher genoss ich meinen „Urlaub mit Musik“ umso mehr, waren doch Abyzz und Peter & the Wolves, sowie anschließend Double Trouble, musikalisch sehr unterschiedlich, aber jeweils sehr reizvoll.

 

Revivals & neue Projekte

JJ67 - The likely place

Trigon

Mit diversen „Revival“ Konzerten von Prussic Acid, Poseidon sowie den Bands Bluesmama, Trigon und Muddy Grass kam es dann zum derzeitigen Stand der Dinge (Frühjahr 2016). Ich habe viel Spaß mit eigenen Songs bei JJ67, immer mehr Spielfreude und ein viel größeres menschliches Verständnis bei Poseidon und viele völlig verschiedene Gigs mit Seventies3.

Mehr dazu sowie zu meinem neuen Staccato Soloprogramm findest du auf der Seite Projekte, auf meiner Facebookseite und auf meinem Youtube-Kanal.

Seit 1.April 2015 bin ich nun nicht mehr beim Unternehmen Rock Shop beteiligt und genieße nun – nach leider mehr und mehr Stress zum Ende meiner 33 Jahre in meiner ehemaligen Firma – meine schon seit Anfang an währenden Traum: Ich bin Schlagzeuger und – ebenfalls mit sehr viel Freude – Schlagzeuglehrer.

Ci@o Rudi